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Statistische Daten und Begriffe

Wie viele Kinder in Österreich sind behindert oder schwer krank? Wie ist Behinderung und Krankheit definiert? Wer erhält Pflegegeld? Wie werden Krankheiten eingeteilt? Lesen Sie hier unsere Informationen.

Zahlen und Fakten über Erkrankungen bei Kindern

In Österreich leben derzeit rund 8,75 Millionen Menschen. Davon sind 14,3 % Kinder unter 15 Jahre, der Jugendlichen-Anteil liegt bei 19,5 %.

240.000 (unter 20 Jahren) werden pro Jahr ein- oder mehrmals in österreichischen Krankenhäusern stationär behandelt (entspricht ca. 14 % dieser Altersgruppe).

170.000 (unter 20 Jahren) werden pro Jahr stationär aufgenommen, davon rund 20 % wegen Verletzungen und rund 21 % wegen "typischer" Ursachen wie z.B. Mandel- und Blinddarmoperationen.

18.000 sind pro Jahr wegen "schwerwiegender" Ursachen in Spitalsbehandlung. Schwerwiegend bedeutet, dass die Erkrankungen bzw. Verletzungen intensive medizinische Betreuung erfordern.

Die häufigsten schweren Erkrankungen sind:

  • Epilepsie
  • Asthma bronchiale
  • Suchterkrankungen
  • schwere seelische Erkrankungen
  • Krebserkrankungen

Pro Jahr sterben rund 500 Kinder und Jugendliche (unter 20 Jahren), davon rund 24 % aufgrund von Unfällen.

Mehr Details zu Zahlen und Fakten

Wir bedanken uns sehr herzlich bei der Gesundheit Österreich GmbH für die Zusammenstellung der Daten (Februar 2017).

Österreich wendet etwa 2% der Gesundheitsaufwendungen für Gesundheitsförderung und Prävention auf, den Rest für Krankenbehandlung. International liegt dieser Wert bei etwa 6%. Insbesondere die Jugendwohlfahrt bräuchte für die Erfüllung ihrer Aufgaben deutlich mehr Ressourcen. Es gibt eine zum Teil dramatische Unterversorgung im Bereich der therapeutischen Angebote von Physio-, Ergo- und Psychotherapie sowie Logopädie und der medizinischen Angebote von Kinder- und Jugendpsychiatrie und Sozialpädiatrie.

Begriffe Behinderung und Krankheit

Was ist eine Behinderung?

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) unterscheidet zum Thema Behinderung folgende drei Begriffe:

Schädigung:

Darunter fallen Mängel oder Abnormitäten der anatomischen, psychischen oder physiologischen Funktionen und Strukturen des Körpers. Ursachen einer Schädigung können sein: Erkrankung, Unfall oder angeborener Mangel.

Behinderung:

Darunter fallen Funktionsbeeinträchtigungen oder -mängel aufgrund von Schädigungen, die typische Alltagssituationen behindern oder unmöglich machen. Die Schädigung führt also zu einer Beeinträchtigung der Bewältigung des Alltags.

Beeinträchtigung:

Nachteile einer Person aus einer Schädigung oder Beeinträchtigung, zum Beispiel im familiären und gesellschaftlichen Kontext.
Neuere Definitionen der WHO gehen von einem bio-psycho-sozialen Modell aus, so auch das ICF (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit der WHO). Man beschreibt jeden Menschen auf einem Kontinuum, auf dem jeder mehr oder weniger behindert bzw. funktionsfähig ist. Dies geht weg von der strikten Trennung von Behinderung bzw. Nicht-Behinderung, hin zu einem fließenden Übergang. Das Modell berücksichtigt vor allem auch Kontextfaktoren (Umweltfaktoren, Alter, Geschlecht, etc.) und zeigt auf, dass in vielen Fällen auch die Umwelt „behindert“.

Was ist eine Krankheit?

Pschyrembl (1994) definiert Krankheit als „Störung der Lebensvorgänge in Organen oder im gesamten Organismus mit der Folge von subjektiv empfundenen beziehungsweise objektiv feststellbaren körperlichen, geistigen beziehungsweise seelischen Veränderungen“ (S. 824). Diese Definition richtet sich eher an ein medizinisches und biologisches Modell.

Die WHO definiert im Gegensatz dazu Gesundheit als einen „Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.“ (http://bmg.gv.at/home/Gesundheit_und_Gesundheitsfoerderung, 11.05.2015)

Der ICD-10 Code- Was ist das?

Um Krankheiten systematisch erfassen zu können, hat die WHO, die Weltgesundheitsorganisation, eine international gültige Klassifikation herausgegeben. Sie heißt International Classification of Diseases und wird seit 2001 in der 10. Revision „ICD 10“ in Österreich verwendet. Diese Klassifikation fasst Krankheitsgruppen systematisch in 22 Kapiteln zusammen und ordnet ihnen jeweils einen vier- bis fünfstelligen Code zu.

Beispiele:

C91.0    Akute lymphatische Leukämie (ALL)
E84.9    Zystische Fibrose
Q90.0   Down-Syndrom/Trisomie 21, meiotische Non-disjunction

Hier seht ihr einen Überblick über die Codes (Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information).

Hier könnt ihr einen beliebigen ICD-10 Code eingeben und erhaltet einige Kurzinfos zu der Diagnose: http://www.icd-code.de/

Pflegegeld

Das Pflegegeld stellt eine zweckgebundene Leistung dar und dient zur teilweisen Abdeckung der pflegebedingten Mehraufwendungen. Es hat den Zweck, pflegebedürftigen Personen soweit wie möglich die notwendige Betreuung und Hilfe zu sichern, sowie die Möglichkeit zu verbessern, ein selbstbestimmtes, bedürfnisorientiertes Leben zu führen. Es ermöglicht den pflegebedürftigen Menschen eine gewisse Unabhängigkeit und einen (längeren) Verbleib in der gewohnten Umgebung.

Ein Pflegebedarf liegt dann vor, wenn die Person sowohl bei Betreuungsmaßnahmen als auch bei Hilfsverrichtungen Unterstützung braucht.

Das Pflegegeld wird in 7 Stufen eingeteilt. Die Einteilung in die Stufen erfolgt nach Anzahl der nötigen Stunden an Pflegebedarf im Monat. In die 1. Stufe fällt eine Person, die mindestens 65 Stunden pro Monat Pflegebedarf hat. Bei Stufe 6 kommt außer dem Pflegebedarf von 180 Stunden im Monat zusätzlich die nötige Anwesenheit einer Betreuungsperson während des Tages und der Nacht dazu. In Stufe 7 fallen schwer behinderte Menschen, die nicht in der Lage sind, Arme oder Beine zielgerichtet zu bewegen.

Über die Zuordnung zu einer Pflegestufe entscheidet ein Arzt oder eine Ärztin. Ausschlaggebend für die Höhe des Pflegegeldes ist folglich der Grad der Behinderung (GdB). Im Folgenden findet ihr ein kurzes Video, wie der GdB berechnet wird. Auch wenn das Video ursprünglich für Deutschland produziert wurde, so gilt dasselbe für Österreich.

Video VdK TV: Grad der Behinderung

Quelle und weitere Infos:
https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/36/Seite.360510.html

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